Nachhaltigkeit · Wissen

Wurmkiste – ein Erfahrungsbericht

Wurmkiste – der Kompost für innen

Dieser Blogbeitrag ist unbezahlt, beinhaltet aber ein PR-Sample. Meine Meinung zu diesem Produkt basiert aber auf eigener ca. 6 monatiger Erfahrung mit dem Produkt und ist nicht gesponsert! Ich hatte schon bestimmt ein halbes Jahr mit dem Gedanken gespielt, eine Wurmkiste in unsere Stadtwohnung zu holen weil ich 1) die Idee super spannend finde und 2) unser Biomüll regelmäßig Brechreiz verursacht hat wenn er mal ein paar Tage länger lag. Ausschlaggebend war dann eine Nachhaltigkeitsmesse auf der ich einen Vortrag von einer „Wurmbotschafterin“ zu dem ganzen Thema anhören konnte und mir live ein Bild davon machen konnte.

Die Wurmkiste kann man entweder selbst bauen (hier habe ich leider keine Erfahrung, aber es gibt ganz viele Anleitungen im Internet!), fertig gebaut kaufen oder sich – so wie ich – zum selbst zusammen bauen holen. Für mich war letztere Option mangels Zeit und handwerklichen Optionen die bessere Lösung. Das Set kommt mit allen Einzelteilen, einem Starter Set mit 500 Würmern in Substrat (spezielle Kompostwürmer der Gattung Eisenia foetida), einer Mineralmischung und einer Anleitung.  Der Aufbau hat ca. 1 1/2 h gedauert und geht mit Hilfe von passenden Videos ziemlich easy. Der Gründer von wurmkiste.at hat mit seinem Team seine Version der Wurmkiste ca. acht Jahre lang verbessert und optimiert und auch das war für mich ein guter Grund lieber auf gut Bewährtes zu setzten, statt selbst etwas zu zimmern.

Die Wurmkiste ist einfach formuliert ein Kompost für innen. Perfekt geeignet für Stadtwohnungen ohne Garten! Genauer betrachtet ist es ein kleines Ökosystem in einer Kiste, das unglaublich spannend funktioniert und zusammen arbeitet. Man startet mit 500 Würmern und füttert langsam an – d.h. nicht zu viel am Anfang! Die Würmer müssen sich erst vermehren und passen sich dann aber an die Müllmenge an. Ihre Maximaldichte liegt irgendwann bei ca. 2000 Würmern und dann schaffen sie ca. 0,5 kg Biomüll am Tag.

Was fressen die Würmer?
Sie ernähren sich praktisch roh-vegan und mögen daher am liebsten alle Reste an rohem Obst und Gemüse. Das sollte auch mit 3/4 der Hauptbestandteil der Wurmkiste sein und ca. 1/4 sollte aus Papier bestehen zB Zeitungspapier oder Kartonschnipsel. Kaffeesatz in Maßen. Schimmliges oder Gekochtes ist nicht geeignet. Brot oder auch Zitrusfrüchte können die Würmer nicht fressen.

Ich versuche hier mal die häufigste Fragen, die ich zur Wurmkiste bekomme, zu beantworten. Alles Wichtige was ihr wissen  müsst, findet ihr aber auch kompetent hier (werbung | unbezahlt). Aber vorab erstmal das Grundlegende: Was? Wieso? Wie funktioniert das?

Die häufigste Frage ist:

1. Stinkt das nicht?

Nein! Wenn es den Würmern gut geht zersetzen sie mit Hilfe von Mikroorganismen und Pilzen den Biomüll und es kommt nicht zu schlechten Gerüchen. Fängt es an zu stinken, dann stimmt etwas nicht. Entweder hat man zu viel gefüttert oder es herrscht ein anderes Ungleichgewicht. Einige Probleme spreche ich noch an. Klar – es riecht nicht nach Blumenwiese. Aber im besten Fall riecht man gar nichts wenn der Deckel unten ist und beim Aufmachen riecht unsere Kiste meistens einfach leicht modrig nach Kompost.

2. Wo steht die Wurmkiste?

Viele finden die Vorstellung Würmer in der Wohnung zu haben eklig. Ich finde es eigentlich ganz nett und sehe die Würmlis mittlerweile eher als hilfreiche Haustiere, die meinen Biomüll in Dünger und Erde verwandeln! Meine Kiste steht in der Küche auf dem Boden und da gehts den Würmern bisher super. Einige haben auch gefragt ob ich keine Angst habe, dass die Würmer ausbrechen. Nein! Die Würmer mögen es feucht und dunkel und haben keine Lust in meiner Küche rumzukriechen. Außerdem bezweifel ich, dass sie den Deckel anheben können, um aktiv auszubrechen haha.

3. Welche Temperatur ist am besten? Kann man die Kiste auch auf den Balkon stellen?

Die Würmer mögen am liebsten eine Temperaturen zwischen 15 und 25°C. Da meine Kiste in der Küche steht, haben sie dort meistens um die 20 °C. Im Sommer wird es in meiner Küche allerdings sehr warm – da bin ich selbst noch gespannt wie die Würmer reagieren. Es soll helfen eine Flasche mit Wasser aus dem Gefrierfach in die Kiste zu legen, um die Temperatur etwas zu senken. Wenn die Kiste draußen vor Regen oder direkter Sonne geschützt ist (abhängig je nach Modell) kann sie auch draußen stehen!

4. Ab wann gibt es Wurmtee?

Das ist wohl etwas unterschiedlich und hängt auch davon ab wie feucht der Biomüll ist. Bei mir hat es ca. 3 Monate gedauert und seitdem kann ich aber regelmäßig alle 4 Wochen ungefähr 1 Liter Wurmtee „ernten“. Der Wurmtee besteht aus flüssige Kompostextrakt des Wurmhumus und der Würmer und ist ein optimaler Flüssigdünger für jede Pflanze (1:10 mit Wasser verdünnt).

5. Kleine Krabbeltiere am Rand der Kiste?

Das ist ganz normal und gut so! Wenn es kleine rote und weiße Tierchen sind, dann sind das sehr wahrscheinlich Rote Hornmilben und weiße Kugelmilben. Sie helfen den Würmern beim Zersetzen des Biomülls und kommen vermehrt vor, wenn es zu feucht ist. Dann einfach mehr Papier reingeben.

6. Probleme mit der Wurmkiste

Probleme kann es einige geben, aber es gibt für alle eine Lösung! Hier ein paar Beispiele mit denen ich zu kämpfen hatte.

  • Würmer in Knäueln und viele am Deckel

das deutet meistens auf eine Stresssituation hin und ich habe dann kontrolliert ob die Kiste zu trocken/feucht ist oder etwas Mineralmischung reingegeben bzw. einen Tag weniger gefüttert. Dann hat es sich meist wieder erledigt.

  • Kiste zu feucht

Der Deckel sollte nie richtig nass sein. Wenn es zu feucht ist dann einfach ein paar mehr Papierschnipsel reingeben.

  • Kiste zu trocken

Besonders Zwiebelschalen oder Knoblauch sind eher trocken und für die Würmer nicht so gut zu fressen. Ich weiche diese entweder vorher ein oder sprühe etwas Wasser in die Kiste mit einem Zerstäuber.

  • Fliegen (in meinem Fall dicke Schmeißfliegen)

Das war tatsächlich das einzig Eklige an der Wurmkiste bisher. Scheinbar sind einmal Fliegen mit in die Kiste gewandert und haben dort ihre Eier gelegt. Bei jedem Öffnen sind mir dann 3-4 frisch geschlüpfte Fliegen entgegen gekommen. Nicht so cool. Hat dann ein paar Tage gedauert, dann waren alle wieder weg. Mit Fruchtfliegen hatte ich bisher keine Probleme aber da soll wohl eine selbstgemachte Falle mit Essig und Spüli helfen.

  • Komischer weißer Pilz (Schleimpilz)

Nach meinem Fliegenproblem hatte ich dann ein paar Tage später einen komische weißen Belag in der Kiste, auf dem Müll und am Rand. Habe dann herausgefunden dass es sich um einen Schleimpilz handelt, der aber ungefährlich ist. Er ist sehr empfindlich deshalb einfach wegwischen und die Sache hat sich erledigt.

Fertige Wurmede (Hummus) konnte ich noch nicht ernten, werde ich aber demnächst in Angriff nehmen und dann berichten. Das dauert sowieso ein paar Monate bis da genug zusammen kommt. Wenn es interessiert – auf der Webseite von wurmkiste.at findet ihr alle Infos dazu!

Also – ich bin definitiv ein Wurmkisten-Fan und egal ob selbst gebaut oder selbst gekauft: für mich ist es eine super spannende Sache und in einer Stadtwohnung oder Garten und Kompost eine tolle Möglichkeit den eigenen Biomüll zu verwerten und die stinkende Biotonne zu ersetzen.

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